Valerio Sannicandro
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3. Preis

Valerio Sannicandro,


geboren 1971, studiert Viola und Komposition zuerst in seiner Heimat Italien, bevor
er 1995 aus Interesse an zeitgenössischer Musik nach Deutschland geht. In Essen absolviert er ein Aufbaustudium bei G. O. Roth an der Folkwang-Hochschule; gleichzeitig nimmt er an Meisterkursen von Barbara Maurer und Garth Knox teil. Als Solist spielt Sannicandro Werke des 20. und 21. Jahrhunderts, u.a. in Köln, Prag und Boston.

Mit Anfang 20 entstehen erste Kompositionen. In Köln studiert er bei York Höller, in Frankfurt bei Hans Zender, in Essen bei Dirk Reith (Elektronische Komposition) und
in Paris bei Emmanuel Nunes. Workshops bei Helmut Lachenmann, Jonathan Harvey, Magnus Lindberg und Salvatore Sciarrino (in IRCAM-Paris, Academie d'Ete) ergänzen
sein künstlerisches Profil. Im Jahr 2000 wird Valerio Sannicandro mit dem Kranichsteiner Musikpreis für Komposition der Darmstädter Ferienkurse ausgezeichnet, wo er 2002 Dozent für Komposition wird; außerdem gewinnt er zahlreiche Kompositionswettbewerbe
in Italien und Deutschland.

Er erhält verschiedene Kompositionsaufträge, darunter eine Einladung zum IRCAM-Cursus 2003. Seine Werke werden u.a. von Salome Kammer, Peter Veale, Peter Eötvös, Pierre-André Valade, dem Ensemble Intercontemporain, Ensemble Modern, ensemble recherche und der musikFabrik NRW uraufgeführt. Konzerte in nahezu allen europäischen Ländern, USA, Kanada und Japan, Rundfunkübertragungen (WDR, Bayerischer Rundfunk, Hessischer Rundfunk, Mitteldeutscher Rundfunk, Radio Bremen) sowie CD-Produktionen schließen sich an.

Seit 2000 widmet sich Valerio Sannicandro vermehrt dem Dirigieren. Bereits 1996 leitet er das Ensemble musikFabrik NRW bei der Uraufführung seines Werks "Favourite Thoughts". Weitere Erfahrungen als Dirigent sammelt er bei Peter Eötvös am Institut für Neue Musik der Kölner Musikhochschule. Im Rahmen der MusikTriennale Köln 2000 dirigiert er die "Universe Symphony" von Charles Ives mit (Leitung: Peter Eötvös); 2003 die Uraufführung von Karlheinz Stockhausens "HOCH-ZEITEN' auf dem Festival de CanarialSpanien und in der Kölner Philharmonie, sowie weitere Ensemblewerke bei den Darmstädter Ferienkursen und in Avignon sowie CD-Produktionen beim WDR (Stockhausen) und TELOS Records (chamber music - Portraits-CD TLS 105).

Valerio Sannicandro ist Stipendiat der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestrundfunks für das Jahr 2003 und 1. Preisträger des BMW Kompositionspreises der musica viva.

Über sich selbst sagt Valerio Sannicandro: "Drei Ebenen sind in meiner kompositorischen Arbeit stets vorhanden: die Beziehung zu Kommunikation und erzählerischen Strukturen, widergespiegelt in der inneren Struktur meiner Werke, (...) die beständige Tendenz zur Dramaturgie, (...), und schließlich - als persönliche und intuitive Veranlagung - ein Sinn
für die Qualität der Klänge: erinnernd an die Verschiedenartigkeit der Lichtnuancen, an
die Vielzahl der Reflexe auf der Meeresoberfläche, akustische Perspektiven hervorbringend, die sich fortwährend in Wellen kaleidoskopischer Farben entwickeln."

Valerio Sannicandro lebt in Essen und Paris.